Wenn man sich mit Ketose beschäftigt stößt man zwangsläufig auch auf Ketoazidose und fragt sich was das ist und ob es gefährlich ist. Aber auch Diabetiker werden damit konfrontiert. Denn die Ketoazidose kann durch verschiedene Umstände hervorgerufen werden und sogar lebensbedrohlich werden. Jedoch wird das Thema auch oftmals durch Unwissenheit in ein falschen Licht gerückt. Ich selbst habe es erlebt wie eine Apothekerin von exogene Ketone abgeraten hat mit der Begründung man könnte in eine Ketoazidose kommen. Was bei einer nicht ketogenen Ernährung aber nicht möglich ist. Ärzte, Ernährungsberater und Apotheker lernen in ihrer Ausbildung zwar etwas über Ketoazidose aber nicht über Ketose.

Ketose und Ketoazidose – zwei verschiedene Zustände

Erster Zustand – Ketose

Schauen wir uns die Ketose an. Sie ist ein physiologischer (normaler) Zustand. Es sind Ketone in Blut, Urin und Atem nachweisbar. In die Ketose kommt man durch folgende Umstände

  • Hungern
  • Fasten
  • Ausdauersport
  • ketogene Ernährung
  • exogene Ketone

Zweiter Zustand – diabetische Ketoazidose

Dieser Zustand ist ein gefährlicher aber seltener Stoffwechselzustand welcher durch Insulinmangel verursacht ist. Die häufigste Form tritt bei Diabetes Mellitus Typ 1 auf da die Bauchspeicheldrüse kein Insulin mehr produziert. Steigt der Blutzuckerwert und wird zu wenig Insulin gespritzt beginnt ein massiver Fettabbau im Fettgewebe. Daraufhin gelangen große Mengen Fettsäuren in die Leber und das führt zu übermäßigen und ungebremsten Bildung von Ketonkörper. Hier spricht man von einer Stoffwechselentgleisung. Da der Blutzuckerspiegel erhöht ist können die Ketone nicht in die Mitochondrien und verbrannt werden. Sie sammeln sich im Blut an und führen zu einer Übersäuerung. Etwas Insulin stoppt den Abbau des Fettgewebes aber sofort wieder und hemmt die Ketonkörperproduktion.

Was passiert bei einer Stoffwechselentgleisung?

Der Blutzuckerspiegel im Blut ist zu hoch und der Körper schüttet kein Insulin aus (Diabetes Mellitus Typ 1 und 2). Daher kann der Zucker nicht in die Mitochondrien und verbrennen (Insulin wirkt hier wie ein Schlüssel und sperrt die Mitochondrien auf). Ketonwerte von 15 mmol/l und mehr entstehen. Zusätzlich sinkt der ph-Wert des Blutes (wird sauer). Hier liegt die Gefahr da das Blut keine Abweichungen erlaubt was fatale Folgen hat. Man fühlt sich krank und unwohl und sollte sich sofort in ärztliche Behandlung begeben da das ein lebensbedrohlicher Zustand ist.

optimale ketose zone

Betrifft mich das als gesunden Menschen auch?

Bei gesunden Menschen startet eine sogenannte „negative Feedback-Schleife“ und verhindert eine Übersäuerung. Bei einem unkontrollierten Anstieg von Ketonen stoppt die Ketonproduktion und es startet eine Insulinausschüttung. Außerdem, wenn du ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst ist eine Ketoazidose so gut wie unmöglich. Bei einer ketogenen Ernährung oder Fasten befindet man sich im Bereich von maximal 5-7 mmol/l. Ein gesunder Mensch hat immer einen normalen Blutzuckerspiegel

Häufigste Erscheinungsformen Ketoazidose

Die häufigste Erscheinungsform ist die diabetische aber es gibt noch ein paar weitere auf die ich eingehen will. Folgende Zustände verursachen eine Ketoazidose mit erhöhtem Blutzucker:

  • Hungerzustände
  • erhebliches Erbrechen in der Schwangerschaft
  • Flüssigkeitsmangel
  • bestimmte Medikamente
  • Schwangerschaftsdiabetes

Außerdem gibt es noch die alkoholische Ketoazidose welche durch Alkoholmissbrauch und einer zu geringen Nahrungsaufnahme ausgelöst wird. Symptome können Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen sein. Hier liegt wieder eine Übersäuerung aber bei normalen Blutzuckerwerten. Hunger fördert hier den Fettabbau ( auch Lipolyse genannt) und senkt den Insulinspiegel.

Fazit

Bist du ein gesunder Mensch brauchst du keine Angst vor einer Ketoazidose haben. Als Diabetiker solltest du dich mit deinem Arzt absprechen was für dich sinnvoll ist. Außerdem ist natürlich eine engmaschige Kontrolle wichtig.

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